Kennst du noch diese Wrestler?
ACTION ZONE!
Sie standen im Ring, als das Wrestling noch auf RTL2, DSF und Premiere lief: Wir tauchen ganz tief ein in die Neunziger – und präsentieren Superstars, die heute (fast) vergessen sind.
HAKUSHI
Der
schweigsame
Krieger
Eine wandelnde Litfasssäule
Hakushi bot ein echtes Kontrastprogramm zu den bunten, man möchte fast sagen quietschbunten Outfits und Gimmicks, die Mitte der Neunzigerjahre das Sports-Entertainment dominierten. Nicht nur, dass er den Ring zu sanften Klängen und ohne markige Worte betrat, trat er auch in komplett weißer Montur an. Das Gesicht und der gesamte Oberkörper waren zudem mit buddhistischen Sutras geschmückt. Doch so sanft er abseits des Rings auch wirkte, im Seilgeviert war der Japaner eine echte Offenbarung.
Trotzdem musste sich Hakushi im Frühling 1995, weniger als eineinhalb Jahre nach seinem Debüt, bereits wieder verabschieden. Das Match mit Bret „Hitman“ Hart beim allerersten In Your House sollte man aber unbedingt ein Mal gesehen haben. Ebenso wie seinen Manager Shinja, der nicht nur ebenso ganz in Weiß gekleidet war, sondern sich auch das Gesicht entsprechend schminkte.
ADAM BOMB
Glück im Unglück In den
Er hat ein radioaktives
Stäbchen gelutscht
USA befinden sich aktuell 56 Kernkraftwerke in Betrieb, 23 weitere wurden stillgelegt. Eines davon befindet sich auf der Three Mile Island in Pennsylvania. Berühmt wurde es durch einen Kernschmelzunfall im Reaktor 2, der am 28. März 1979 geschah. 14 Jahre später wurde der Vorfall noch einmal ins Gedächtnis gerufen, als direkt von der Three Mile Island ein gewisser Adam Bomb in der World Wrestling Federation einschlug. Ganz unbeschadet hatte er den Unfall nicht überstanden, wie die giftgrün-gelben Augen und die dunkelrote Zunge bewiesen.
Ansonsten war der fast zwei Meter große Hüne vor allem ein echter Power-Wrestler mit großem Potential. Im Mai 1993 wurde er vom großmäuligen Johnny Polo eingeführt, der verkaufte seinen Schützling allerdings wenig später an Harvey Wippleman. Die Erfolge blieben jedoch überschaubar. So musste er sich bei WrestleMania X nach nur einer halben Minute Earthquake geschlagen geben. Zu viel für Wippleman, der sich wenig später abwandte. Interessanterweise war Adam Bomb nach dem anschließenden Face-Turn vor allem in Deutschland ziemlich beliebt.
DAMIAN DEMENTO
Stimmen im Kopf „I hear
In diesem Kopf ging
Me rkwürdiges vor
voices in my head. They council me, they understand. They talk to me“, heißt es in der inzwischen legendären Einzugsmusik von Randy Orton. Ein Song, der auch bestens zu diesem Catcher gepasst hätte, denn Damien Demento konnte tatsächlich Stimmen in seinem Kopf hören – und sich sogar mit ihnen unterhalten. Obwohl er mit seinem Look und mit seinem Gimmick durchaus in die World Wrestling Federation der frühen Neunzigerjahre passte, verschwand er bereits nach einer Handvoll von Auftritten wieder aus den TV-Sendungen.
Trotzdem sollte er in die Geschichte der Promotion eingehen, denn immerhin bestritt er mit dem Undertaker den allerersten Main Event bei Monday Night Raw. Erwartungsgemäß benötigte der „Deadman“ an diesem 11. Januar 1993 aber weniger als drei Minuten, um Damien Demento in die Schranken zu weisen.
DISCO INFERNO
Tanzen
bis
zum
Morgengrauen
Eigentlich kommt er an keinem Türsteher vorbei
Als er im Juli 1997 erstmals bei World Championship Wrestling auftauchte, war der große Hype um die Musikrichtung Disco schon lange vorbei. Dies hinderte Disco Inferno aber nicht daran, Woche für Woche die Siebzigerjahre zu zelebrieren. Und, ganz ehrlich: Die Einzugsmusik lud auch wirklich zum Mittanzen ein. Selbst wenn man John Travolta im weißen Polyesteranzug nur vom Hörensagen kannte. Gerade zu Beginn hatte man oftmals in den Matches das Gefühl, dass dem Catcher die Frisur dabei mindestens so wichtig war wie der Sieg.
Doch das Comedy-Gimmick hätte nicht jahrelang so gut funktioniert, wenn der Mann dahinter nicht so ein guter Entertainer gewesen wäre. Hinzu kam, dass in Glenn Gilbertti zudem ein richtig guter Catcher steckte, der bis heute ziemlich unterschätzt wird. Zwei Mal gewann das zwischenzeitliche Wolfpac-Mitglied die TV-Championship, ein Mal die Cruiserweight Championship, zudem krönte er sich mit Alex Wright in Oberhausen zum Tag-Team- Champion. Gar nicht schlecht für einen „Comedy-Wrestler“, oder?