PW-Nachruf
MR. STARRCADE
Er verkörperte über ein Jahrzehnt die NWA und war Vince McMahons erster Rivale im Promoter-Geschäft. Wir erinnern an Jim Crockett jr., eine der prägenden Wrestling-Persönlichkeiten in den Siebzigern und Achtzigern.
CHRISTI AN BRUNS
Ric Flair hat Jim Crockett jr. viel zu verdanken
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Sein Name war in Fan-Kreisen kaum noch ein Begriff. Dabei schuf er die Grundlage für den Wrestling-Krieg der Neunziger - und gab damit Impulse, die bis heute im Sports-Entertainment zu spüren sind: Jim Crockett jr. war einer der einflussreichsten sowie wegweisendsten Wrestling-Promoter in den Siebziger- und Achtzigerjahren.
Was Crockett erschuf, ging letztlich in World Championship Wrestling auf. Und was die WCW für das Wrestling bedeutete, das hat bis heute kaum jemand vergessen. Am 3. März ist Crockett im Alter von 76 Jahren verstorben. Er war seit längerer Zeit nicht mehr fit, litt unter einem Nierenschaden. Eine COVID-19-Infektion verschlechterte seinen bereits bedenklichen Gesundheitszustand.
ER KAM UNGEPLANT ZUM WRESTLING
Crockett wurde in das Veranstaltergeschäft hineingeboren. „Jim Crockett Promotions“ war bereits 1935 von seinem Vater gegründet worden. Wrestling war nur eine Unternehmung der Familie. 1973 sollte nach dem Tod von Jim sr. erst der Schwiegersohn John Ringley die Wrestling-Geschäfte übernehmen. Doch Ringley wurde dabei erwischt, wie er seine Frau Frances Crockett, die Schwester von Jim jr. und David Crockett, hinterging. Weder privat noch geschäftlich hatte Ringley danach eine Zukunft in der Familie. Und Jim jr. übernahm das Geschäftsfeld selbst.
Er stand ganz plötzlich als 30-jähriger an der Spitze eines der großen regionalen Wrestling-Territorien. Es folgten über zehn erfolgreiche Jahre. Von 1976 bis 1988 waren die Veranstaltungen von Jim Crockett Promotions unter dem Banner der NWA ein Erfolg in den US-Bundesstaaten North und South Carolina sowie Virginia. In diesen Zeiten wurden die Top-Märkte (fast) wöchentlich bespielt, viele wichtige Wrestler dieser Zeit wurden über die Jahre eingesetzt und ließen sich zum Teil auch in dieser Region nieder. Allen voran „Nature Boy“ Ric Flair, der in den Carolinas seine Heimat fand. Ein zentraler Ort für Veranstaltungen war das Greensboro Coliseum in Greensboro, North Carolina.