Supernatürliche Erscheinungen
PARANORMAL ACTIVITY
Von gruselig bis trashig: Power-Wrestling präsentiert gleich mehrere verrückte Wrestling-Momente, in denen es nicht mit rechten Dingen zuging.
MARCUS HOLZER
Mit ihm wird der Horror niemals enden!
Der Horror ist zurück! Wer dachte, dass es sich nach der Feuerattacke von Randy Orton gegen Bray Wyatt im vergangenen Dezember bei WWE ausgegruselt hätte, wurde in den vergangenen drei Monaten zweifellos eines Besseren belehrt. Das genaue Gegenteil war nämlich der Fall, wobei vor allem Alexa Bliss den Gruselfaktor bei Raw ordentlich in die Höhe geschraubt hat. Zum Leidwesen der „Viper“, die zuletzt nicht nur schwarzen Schleim vor laufenden Kameras erbrach, sondern es auch gleich mit einem Bray-Doppelgänger aus dem Dämonenreich zu tun bekam. So zumindest die Deutung des Autors an dieser Stelle. Vielleicht ist Wyatt aber auch einfach unter die Software-Experten gegangen und hat kurzerhand ein glaubwürdiges Deep-Fake-Video erstellt.
All dies ist jedoch nur der Vorbote für die sich anbahnende Rückkehr des Fiend. Bis es so weit ist, fungiert die offenbar besessene Alexa Bliss als Sprachrohr des Maskierten. Wobei sie inzwischen auch selbst supernatürliche Kräfte entwickelte und innerhalb eines Wimpernschlages nicht nur ihr Gimmick, sondern auch gleich das komplette Outfit wechseln kann.
Nun sind solch übernatürliche Geschichten im Catchen sicherlich nicht jedermanns Sache. Die erneut hervorragende Platzierung des Fiend in der Kategorie „Bestes Gimmick“ in den Power-Wrestling-Jahreswahlen - nach dem Sieg im vergangenen Jahr winkte diesmal knapp der zweite Rang - zeigt allerdings, dass noch immer viele Fans vom Horror-Clown und dessen Tricks begeistert sind.
ANGRIFF DER INSEKTEN BEI WRESTLEMANIA
Es war die insgesamt fünfte Top-Platzierung für den Sohn von Irwyn R. Schyster in dieser Kategorie, denn bereits in den Jahren 2013, 2014 und 2015 konnte er sich den dritten bzw. zwei Mal sogar den zweiten Platz sichern. Statt der Maske des Clowns gab es damals die Schafsmaske, anstatt des Firefly Fun House diente ein alter Schuppen als Zentrale. Der ursprüngliche Wyatt-Charakter wirkte wie eine Mischung aus Charles Manson und Max Cady, das Setting erinnerte an Backwood-Horror-Filme á la „The Texas Chainsaw Massacre“, „The Hills Have Eyes“ oder „Wrong Turn“. Passend dazu experimentierte der Catcher mit übernatürlichen Elementen. So konnte er innerhalb kürzester Zeit verschwinden, wenn er nur den brennenden Docht seiner alten Öllampe schnell genug ausblies. Bereits damals zählte Randy Orton zu seinen größten Gegnern.
Für das Duell um die WWE-Championship bei WrestleMania 36 am 2. April 2017 hatte er sich darum etwas ganz Besonderes überlegt. Mitten im Match wurden plötzlich Maden, Würmer und anderes Getier auf die Ringmatte projiziert. Die Filmvorführung hatte allerdings nicht den gewünschten Effekt, weder bei den Zuschauern noch bei Orton. Während die Fans im Stadion und vor den Bildschirmen maximal mit der Stirn runzelten, bereitete der Herausforderer dem Spuk mithilfe des RKO nach gerade einmal zehn Minuten Kampfzeit ein vorzeitiges Ende.